Grundbegriffe des Eisenbahnbetriebs

Jeder, der sich für Eisenbahnen interessiert, profitiert davon, einige grundlegende Begriffe zu kennen.

Je größer und komplexer eine Modelleisenbahn wird, desto interessanter wird es auch zu verstehen, wie Eisenbahnbetrieb und Gleisplanung beim Vorbild funktionieren. Um sich diesem Thema zu nähern, ist es hilfreich, einige grundlegende Begriffe zu kennen.

Zunächst sollte erwähnt werden, dass auf schwedischen Eisenbahnen grundsätzlich Linksverkehr herrscht. Deutschland hat Rechtsverkehr. Dies beeinflusst nicht nur die erwartete Fahrtrichtung der Züge auf einem Gleis, sondern auch die Positionierung von Signalen, Oberleitungsmasten und anderen Einrichtungen entlang der Strecke. .

Gleisarten

Streckengleise und Nebengleise


Es gibt zwei Arten von Streckengleisen: **Hauptgleise**, die im Bahnhof in der Regel den geradlinigsten Weg durch die Weichen bilden, und Nebengleise, also alle übrigen Streckengleise. Nebengleise sind Gleise, die nicht zum planmäßigen Zugverkehr dienen. Sie werden zum Rangieren oder zum Abstellen von Wagen verwendet. Ein Nebengleisbereich kann aus einem gesamten Rangierbahnhof bestehen, dessen Weichen ausschließlich örtlich und nicht signalabhängig gestellt werden. Zugfahrten, die ganz oder teilweise über Nebengleise geführt werden, gelten als Nebenfahrten..

Haupt- und Nebenfahrten
Eine Hauptfahrt verläuft über ein Hauptgleis. In einem zweigleisigen Bahnhof gibt es daher normalerweise zwei Hauptfahrten.

Betriebsstellen

Bahnhof
Ein Bahnhof ist eine Betriebsstelle, an der die Reihenfolge von Zugfahrten verändert werden kann, beispielsweise durch Zugkreuzungen, Überholungen, Gleiswechsel auf zweigleisigen Strecken, Abzweigungen zu anderen Strecken oder an der Zugfahrten betrieblich beginnen oder enden. Geografisch erstreckt sich der Bahnhof zwischen den Einfahrsignalen beziehungsweise zwischen einem Einfahrsignal und einem anderen Endpunkt einer Zugfahrt bei Kopfbahnhöfen. In manchen Fällen grenzen zwei Bahnhöfe unmittelbar aneinander, ohne dass sich dazwischen eine freie Strecke befindet.

 


Ein Haltepunkt besitzt weder Weichen noch Signale.

Haltepunkt innerhalb eines Bahnhofs
Ein Haltepunkt innerhalb eines Bahnhofsbereiches dient dem Ein- und Aussteigen der Fahrgäste, trägt jedoch einen anderen Namen als der Bahnhof selbst.

Haltepunkt
Ein Haltepunkt ist eine Stelle an der Strecke, an der Züge zum Ein- und Aussteigen halten können. Häufig verfügen Haltepunkte über ein handbedientes Haltesignal. Haltepunkte besitzen weder Weichen noch Signale.

Anschlussstelle
Eine Anschlussstelle ist eine Betriebsstelle an der freien Strecke ohne Bahnhof, bewegliche Brücke oder umfangreiche Gleisanlagen. Sie kann aus einer einzelnen Weiche mit einem kurzen Stumpfgleis bestehen oder auch aus einem stillgelegten beziehungsweise zurückgebauten Bahnhof hervorgegangen sein.

Stellwerksbezirk
Ein Stellwerksbezirk umfasst zwei oder mehr Bahnhöfe ohne dazwischenliegende freie Strecke, die von demselben Fahrdienstleiter überwacht werden. Der Stellwerksbezirk kann örtlich oder fernbedient sein, und die Bahnhöfe können über ein gemeinsames oder mehrere Stellwerke verfügen.

Eisenbahnbetrieb

Zug
Im eisenbahntechnischen Sinn bezeichnet der Begriff "Zug" eine bestimmte Art der Fahrzeugbewegung und unterscheidet sich damit von anderen Bewegungsarten wie Rangierfahrten oder Sperrfahrten. Zugfahrten werden im Personen- und Güterverkehr eingesetzt.

Zugfahrten und Streckengleise
Zugfahrten finden auf Streckengleisen statt und erfolgen nach Fahrplan. Andere Bewegungsarten sind Sperrfahrten, Rangierfahrten oder Fahrten von Arbeitsfahrzeugen.

Rangieren
Rangieren umfasst alle Bewegungen von Schienenfahrzeugen innerhalb oder unmittelbar außerhalb einer Betriebsstelle. Dazu gehören das Kuppeln, Entkuppeln und Umsetzen von Fahrzeugen. Rangierarbeiten können mit Rangierlokomotiven, der Zuglokomotive oder in besonderen Fällen auch durch Muskelkraft, Schwerkraft oder Straßenfahrzeuge erfolgen. Ein typisches Beispiel ist das Umsetzen einer Lokomotive am Endbahnhof, bei dem sie vom einen Ende des Zuges an das andere umgesetzt wird. Rangierfahrten finden normalerweise innerhalb der Bahnhofsgrenzen statt. In Ausnahmefällen dürfen sie über die Bahnhofsgrenze hinausgeführt werden, etwa um eine außerhalb liegende Weiche zu erreichen. Auch an Anschlussstellen wird rangiert, wobei die Fahrt dorthin in der Regel als Sperrfahrt erfolgt. Auf Anschlussgleisen gelten sämtliche Fahrzeugbewegungen als Rangierfahrten.

Switching
Siehe "Rangieren". Im nordamerikanischen Sprachraum gebräuchlicher Begriff für das Sortieren und Zusammenstellen von Güterwagen.



Die Rangierlokomotive Ub709 (Märklin-H0-Modell mit Telex-Kupplungen).

Sperrfahrt
Im Gegensatz zu einem Zug, der stets von einem Bahnhof zum nächsten fährt, kann eine Sperrfahrt beispielsweise von einem Bahnhof auf die freie Strecke und später wieder zum selben Bahnhof zurückkehren. Typische Einsatzzwecke sind Gleisbauarbeiten oder das Bedienen von Industrieanschlüssen. Während einer Sperrfahrt ist der betreffende Streckenabschnitt zwischen zwei benachbarten Betriebsstellen gesperrt. Erst nach Abschluss der Sperrfahrt darf dort wieder eine Zugfahrt stattfinden. Mehrere Sperrfahrten können jedoch gleichzeitig durchgeführt werden, beispielsweise wenn verschiedene Arbeitszüge unterschiedliche Baustellen entlang derselben Strecke bedienen.

/ Martin T.