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Open-Grid-Rahmenbau
Der Unterbau bildet das Fundament jeder Modelleisenbahn. Ganz gleich, wie realistisch die Landschaft gestaltet ist, wie detailliert die Fahrzeuge sind oder wie modern die Steuerung ausfällt – letztlich hängt alles von einem stabilen und gut geplanten Rahmen ab. Eine der beliebtesten Bauweisen unter Modelleisenbahnern ist der offener Rahmenbau. Er ist stabil, leicht, einfach zu bauen und lässt sich hervorragend an unterschiedliche Gleispläne und Landschaftsformen anpassen.
Was ist ein Open-Grid-Rahmenbau?
Ein Open-Grid-Rahmen besteht aus einer Reihe miteinander verbundener Holzrahmen, die ein gitterförmiges Tragwerk bilden. Der Rahmen wird meist aus Sperrholzstreifen aufgebaut, die zu rechteckigen oder unregelmäßig geformten Kästen verschraubt werden. Anstatt eine durchgehende Sperrholzplatte über die gesamte Anlage zu verwenden, werden nur die Bereiche aufgebaut, welche später Gleise und Landschaft tragen. Dadurch entsteht eine leichte Konstruktion mit hoher Stabilität. Man kann sich einen Open-Grid-Rahmen wie eine Sammlung miteinander verbundener Holzkästen vorstellen. Jeder „Kasten“ kann rechteckig, quadratisch, dreieckig oder beliebig geformt sein. Zusammen bilden sie eine äußerst verwindungssteife Grundlage für die gesamte Modellbahnanlage.

In drei Segmente teilbarer Open-Grid-Rahmen mit integrierten Schubladen sowie abnehmbaren, höhenverstellbaren Beinen.
Vorteile des Open-Grid-Rahmenbaus
Es gibt viele Gründe, weshalb sich diese Bauweise weltweit etabliert hat. Die offenen Zwischenräume ermöglichen einen hervorragenden Zugang zu Kabeln, Weichenantrieben, Beleuchtung und Elektronik. Ebenso lassen sich verdeckte Gleise oder Tunnel später problemlos von unten erreichen. Ein weiterer großer Vorteil ist die Gestaltungsfreiheit. Da nur ausgewählte Bereiche abgestützt werden, können Berge, Täler, Flüsse und andere Landschaftsformen ohne große Ausschnitte in einer massiven Tischplatte entstehen. Das Ergebnis ist eine Konstruktion, die leichter, flexibler und einfacher zu verändern ist als viele klassische Tischanlagen.

Der Gleisplan wird im CAD-System verwendet, um die optimale
Position der Rahmenbalken festzulegen.
Planung des Unterbaus
Bevor das erste Holz zugeschnitten wird, sollte der Gleisplan vollständig ausgearbeitet sein. Moderne Gleisplanprogramme erleichtern diesen Arbeitsschritt erheblich. Nach Fertigstellung kann der Gleisplan als Bild exportiert und in ein CAD-Programm importiert werden. Dadurch wird der Rahmen um den Gleisplan herum konstruiert – und nicht umgekehrt. Ein großer Vorteil besteht darin, dass Weichenantriebe, Signalmechaniken und andere Bauteile unter der Anlage bereits während der Planung berücksichtigt werden können. Querträger lassen sich so platzieren, dass sie spätere Einbauten oder Wartungsarbeiten nicht behindern.
Außerdem sollte der Rahmen ausreichend große Wartungsöffnungen enthalten, damit verdeckte Gleisbereiche jederzeit erreichbar bleiben. Früher oder später müssen Gleise gereinigt oder entgleiste Fahrzeuge wieder aufgegleist werden.
Material und Konstruktion
Sperrholz eignet sich hervorragend für den Open-Grid-Rahmenbau. Für Längsträger und den äußeren Rahmen bietet 16 mm Fichten-Sperrholz eine ausgezeichnete Stabilität.
Querträger können meist aus 12 mm Sperrholz gefertigt werden, wodurch Gewicht und Materialkosten reduziert werden. Die einzelnen Rahmen werden mit Holzleim und Schrauben verbunden. Eine ebene Arbeitsfläche erleichtert dabei den rechtwinkligen Zusammenbau. Die Beine bestehen üblicherweise aus 45 × 45 mm Kantholz. Trotz ihrer einfachen Bauweise entsteht zusammen mit dem Rahmen eine äußerst stabile Konstruktion.

16 mm Sperrholz für die Längsträger und 12 mm für die Querträger sorgen für eine dauerhaft verwindungssteife Konstruktion.
Höhenverstellbare Beine
Nur wenige Fußböden sind vollkommen eben. Daher empfiehlt es sich, an jedem Anlagenbein höhenverstellbare Stellfüße zu montieren. Mit diesen preiswerten Bauteilen lässt sich die Anlage nach dem Aufbau exakt ausrichten. Gerade bei größeren Anlagen verhindern sie störende Höhenunterschiede und erleichtern gleichzeitig den Zusammenbau mehrteiliger Anlagen. Eine Unterbauhöhe von etwa **900 bis 1000 mm** hat sich bewährt. Dadurch bleibt ausreichend Platz für Arbeiten unter der Anlage, während die Landschaft auch für Kinder noch gut erreichbar bleibt.

Passtifte sorgen dafür, dass alle Segmente beim Zusammenbau exakt
ausgerichtet werden.
Planung für einen späteren Umzug
Viele Modellbahner stehen irgendwann vor der Aufgabe, ihre Anlage umzuziehen. Leider werden unzählige Anlagen abgerissen, weil sie von Anfang an nicht transportfähig geplant wurden. Wer dies bereits während der Planung berücksichtigt, kann große Teile der Anlage später erhalten. Zunächst sollte die maximale Größe jedes Segments anhand von Türen, Fluren, Treppenhäusern, Fenstern und Transportmöglichkeiten festgelegt werden. Anschließend können die Trennstellen bereits in Gleisplan und Unterbau eingeplant werden.
Passstifte und Ausrichtungssysteme
Eine zerlegbare Anlage muss sich nach jedem Aufbau wieder exakt ausrichten lassen. Passtifte stellen hierfür eine einfache und sehr präzise Lösung dar. Sie werden in den Stirnseiten der einzelnen Segmente montiert und sorgen dafür, dass jedes Segment beim Zusammenbau automatisch wieder seine exakte Position einnimmt. Anschließend werden die Segmente mit Schrauben oder Bolzen fest miteinander verbunden. Richtig montierte Passstifte gewährleisten eine präzise Ausrichtung sowohl des Unterbaus als auch der Gleise und erleichtern spätere Transporte oder Wartungsarbeiten erheblich.
Bau der Trassenbretter
Nach Fertigstellung des Rahmens werden die Trassenbretter montiert. Üblicherweise werden sie aus 12 mm Sperrholz ausgesägt und folgen dem Verlauf des Gleisplans.
Die Trassen sollten etwa 40 bis 50 mm breiter sein als die Gleise. Dadurch bleibt genügend Platz für Landschaft, Zäune, Oberleitungsmasten und weitere Details entlang der Strecke. Viele Gleisplanprogramme ermöglichen den Ausdruck des Gleisplans im Maßstab 1:1. Die Ausdrucke können zusammengeklebt und direkt auf das Sperrholz gelegt werden, wodurch sich der Gleisverlauf sehr präzise übertragen lässt.

Der Gleisplan wird in Originalgröße ausgedruckt, zusammengeklebt und direkt auf das Sperrholz gelegt.
Steigungen und Stützen
Wo Gleise ansteigen oder abfallen, werden Stützen (Riser) verwendet, um die Trassenbretter auf die gewünschte Höhe anzuheben. Die Höhe jeder Stütze richtet sich nach der geplanten Steigung. Sie werden meist aus Sperrholz gefertigt und direkt mit dem Rahmen verschraubt. Oft zeigt sich erst während des Baus, an welchen Stellen zusätzliche Querträger erforderlich sind, um die Trasse ausreichend zu unterstützen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Segmentübergänge. Zusätzliche Querträger unmittelbar vor Beginn einer Steigung verhindern abrupte Höhenänderungen im Gleisverlauf.

Mit Stützen wird das Trassenbrett angehoben, sodass das Gelände
unterhalb der Gleise verlaufen kann.
Verlegen der Gleisbettung
Auf den Trassenbrettern wird anschließend die Gleisbettung verlegt. Viele Modellbahner verwenden hierfür Kork oder Schaumstoff. Schaumstoff bietet eine gute Schalldämmung und lässt sich leicht bearbeiten. Kork ist wegen seiner Maßhaltigkeit und langen Haltbarkeit nach wie vor sehr beliebt. Je nach Material wird die Bettung mit Weißleim oder elastischem Montagekleber befestigt. Anschließend ist die Anlage bereit für die Gleisverlegung.
Fazit
Der Open-Grid-Rahmenbau vereint Stabilität, Flexibilität und gute Zugänglichkeit wie kaum eine andere Bauweise. Wer den Unterbau sorgfältig anhand des Gleisplans plant, höhenverstellbare Beine verwendet, ausreichend Wartungsöffnungen vorsieht und Passstifte für eine spätere Zerlegung einsetzt, schafft ein Fundament, das viele Jahrzehnte zuverlässig seinen Dienst leisten wird. Auch wenn der Unterbau später vollständig unter Landschaft und Gleisen verschwindet, gehört er zu den wichtigsten Investitionen beim Bau einer dauerhaft zuverlässigen Modelleisenbahn.
// Martin T